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  • AutorenbildLena Fuhlroth

Innenhaltung von Kaninchen, Fakten und Tipps von mir für euch

1. Innenhaltung generell

Auch wenn sich vermutlich die meisten Kaninchen in einer artgerechten Außenhaltung wohler fühlen, gibt es viele verschiedene Gründe Kaninchen in der Wohnung zu halten. Das können neben den räumlichen Möglichkeiten, auch Krankheiten, Alter, Vorerfahrung (bspw. wäre ein hochtraumatisiertes Tierschutzkaninchen in einem ruhigen abgeschotteten Innenraum besser aufgehoben, als im Garten, in dem regelmäßig die Kinder spielen) oder ähnliches sein. Entgegen vieler Meinungen kann man Kaninchen in Innenhaltung auch sehr wohl ein schönes, artgerechtes und abwechslungsreiches Leben bieten. Viele Elemente der Außenhaltung lassen sich sogar ähnlich umsetzen, mit dem großen Vorteil, dass die Tiere deutlich witterungsgeschützter sind, was gerade alten oder kranken Tieren zu Gute kommt.

Inspiration für die Gestaltung eines Geheges in Innenhaltung findet ihr vor allem auf Pinterest oder auch natürlich auf Kaninchenwiese.de. Auch in Innenhaltung gilt natürlich 2-3m² pro Tier sollte immer 24/7 zur Verfügung stehen und natürlich auch hier keine Einzelhaltung.



Das hier ist unser ehemaliges Kaninchenzimmer und optisch mein ganzer Stolz


2. Gehege in der Wohnung

Möglichkeit eins ist ein Gehege in der Wohnung (nicht auf dem Balkon, dieser fällt mehr unter die Kategorie Außenhaltung), hierbei ist wichtig zu beachten, dass die mindest Angaben bezüglich des Platzes erfüllt werden, als Untergrund eignet sich RollPVC aus dem Baumarkt sehr gut und für die "Umzäunung" gibt es verschiedene Varianten, in den letzten Jahren habe ich immer wieder positive Berichte von den SONGMICS Regalstecksystemen gelesen, diese eigenen sich wohl recht gut um ein Gehege in Innenhaltung kostengünstig und einfach zu bauen. Ich selbst habe da leider keine Erfahrung, habe sie aber verwendet, um meine Galerie Hundesicher zu machen und war in dem Zusammenhang sehr begeistert.

Ein Gehege in der Wohnung muss natürlich nicht unbedingt von oben gesichert sein, allerdings sollte man bedenken, dass sich andere Haustiere, sowie kleine Kinder nicht einfach Zutritt verschaffen können. Viele Kaninchen sind zudem wahre Ausbruchskünstler, unterschätzt bitte nicht, wie hoch sie springen können, für junge und gesunde Tiere ist 1m Höhe kein wirkliches Hindernis.

Zusätzlich zum Gehege könnt ihr Auslauf in der Wohnung unter Aufsicht anbieten, hier macht es Sinn vermehrt waschbare Teppiche auszulegen, wenn euer Boden sehr rutschig ist, die meisten Kaninchen laufen nicht gerne über glatten Boden und bevorzugen Teppiche. Wichtig hier ist dann eine gute Aufsicht oder Absicherung (siehe Punkt 6).


Wie man am besten ein Gehege in der Wohnung baut, findet ihr wie immer bei Kaninchenwiese.de




3. Kaninchenzimmer

Ich persönlich, vielleicht bin ich da aber auch etwas voreingenommen, finde das Kaninchenzimmer, wenn es sich denn umsetzen lässt, am praktischsten. Versteht mich nicht falsch, ich liebe meine Kaninchen, aber ich bin oft genug froh darüber, dass sie erstens ihren Dreck bei sich im Zimmer behalten und zweitens ich die Türe zumachen kann, wenn Henry nachts um drei mal wieder auf die Idee kommt, dass es eine gute Idee ist so zu tun als wäre er ein Biber und den Heuwagen zu bearbeiten. Die Kaninchen haben in diesem Modell ein eigenes Zimmer, welches ebenfalls die Vorgaben des Platzbedarfes erfüllt und an alle Dekofreaks da draußen, ich sage es euch, dass zu gestalten und einzurichten macht zu richtig Spaß. In Außenhaltung kommt einem bei der Einrichtung häufig die Witterung in die Quere, aber drinnen kann man sich so richtig ausleben. Zudem bietet es auch direkte Lagermöglichkeiten von Heu, Streu, Stroh, Futter, Hausapotheke und was sich eben so ansammelt mit der Zeit. Am besten all diese Sachen bei der Planung direkt mit integrieren und ordentlich Stauraum schaffen, das bereichert den Alltag wirklich extrem. Wie ihr auf dem Foto seht, habe ich zudem meinen Schreibtisch in den Raum integriert und kann so noch mehr Zeit bei den Kaninchen verbringen.


4. Freie Wohnungshaltung

Die freie Wohnungshaltung ist eigentlich relativ selbsterklärend, die Kaninchen leben frei in der Wohnung ähnlich wie eine Katze oder ein Hund, wobei die Wohnungskatze die größten Ähnlichkeiten mit diesem Modell hat. Eure Wohnung sollte also Kaninchen sicher gestaltet sein (siehe Punkt 5 und 6) und entsprechende Einrichtung für die Kaninchen zu bieten haben. Ansonsten bewegen sich eure Kaninchen frei in eurem Wohnraum und leben sehr eng mit euch zusammen. Bitte beachtet, dass nicht alle Kaninchen für dieses Modell geeignet sind und viele dennoch einen Rückzugsort, ähnlich eines Geheges, benötigen. Gerade Tiere mit schlechten Vorerfahrungen sind schnell eingeschüchtert, wenn sie dem Menschen nicht adäquat ausweichen können. Auch ist es in der Kombination mit anderen Haustieren (wie Hund oder Katze) oder kleinen Kindern nicht unbedingt empfehlenswert und ja natürlich die Ausnahme bestätigt die Regel, dennoch macht es Sinn nicht als kompletter Kaninchenneuling direkt in die freie Wohnungshaltung zu starten, sondern sich langsam vorzutasten. Die Kaninchen haben es sowieso drauf, nach und nach immer mehr Lebensraum einzunehmen und veilleicht startet ihr erst mit einem offenen Gehege oder Kaninchenzimmer.


5. Thema Stubenreinheit

Viele Kaninchen werden tatsächlich mit vermehrter Hygiene recht schnell stubenrein. Die meisten Kaninchenhalter:innen behelfen sich mit Toiletten, in Form von Plastikwannen, Katzenklos oder Boxen, welche je nach Halter:in unterschiedlich gefüllt sind. Wichtig ist hier, dass man sich ein wenig rantasten muss, was die Kaninchen am besten in ihren Toiletten annehmen und welche Pflege Toiletten bekommen oder nicht bekommen sollten. Kaninchen in Pubertät, Scheinschwangerschaft oder im hohen Alter sind übrigens in 95% der Fälle nicht stubenrein, sie markieren oder sind Inkontinent. Gesunde Kaninchen außerhalb dieser Lebenslagen suchen sich meist eine Ecke oder Stelle, vermehrt direkt am Futterplatz, welche man dann mit einer Toilette ausstatten kann.

Wir nutzen für unsere beiden großen Toiletten Ikea SAMLA Boxen, welche mit Holzpellets (zum heizen, nicht die teuren aus den Zoomärkten) und einer Schicht Stroh eingestreut sind. Da meine Kaninchen lange in Außenhaltung gelebt haben und dort nur wenig Stubenrein waren, ist es bei uns wichtig, die Toilette nicht zu sauber zu machen, also selbst wenn ich die Toilette mal richtig mit Reinigungsmitteln reinigen möchte, hebe ich etwas gebrauchtes Streu auf, um es dann wieder drüber zu streuen. Auch füttern wir ganzjährig Heu und während der Wiesenzeit Wiese im Klo aus einer Raufe. Nur das Gemüse gibt es außerhalb, klappt aber dennoch auch im Winter gut. Meine Kaninchen sind mittlerweile zu 100% Pipi Stubenrein und selbst Köttel gehen nur vereinzelt sehr selten daneben.


Trotzdem macht es Sinn Kaninchen natürlich nicht auf Laminat oder Parkettboden zu halten, es kann immer etwas daneben gehen und Urin ist wirklich sehr ätzend und Gift für Holzböden. Sie quellen auf oder bekommen Flecken. Hier empfiehlt es sich immer auf PVC Boden zurückzugreifen, weil man den notfalls auch mit Zitronensäure oder ähnlichen Putzmitteln reinigen kann. Wenn dieser nicht gegeben ist, gibt es billigen RollPVC in jedem Baumarkt zu kaufen. Es gilt immer "Vorsicht ist besser als Nachsicht" und gerade in Mietwohnungen solltet ihr auf Nummer sicher gehen.


6. Knabbern

Wer sich Kaninchen anschafft sollte sich bewusst sein, dass sie zwar offiziell in die Kategorie der Hasenartigen fallen aber die meisten von ihnen wohl vielmehr denken, sie seien auch Nagetiere. Fast alle Kaninchen knabbern, nagen und zerstören, was sie so finden, ihnen das abzutrainieren ist eher mit wenig Erfolg gekrönt, von daher kann ich euch von ganzem Herzen empfehlen, ganz egal für welche Variante ihr euch entscheidet, sichert alles ordentlich ab. Immer wieder gehen in Facebook Gruppen gruselige Bilder herum von Wänden die bis in die tieferen Putzschichten zerstört sind, zerstören Kabeln, ausgebuddelten Blumenkübeln und vielem mehr. 95% dieser Bilder hätten direkt von vorneherein verhindert werden können. Gerade in Mietwohnungen sollten diese auch definitiv verhindert werden. Zudem ist es auch deutlich einfacher direkt zu sichern als nachzubessern.


Zum Thema Wände kann ich empfehlen, diese Minimum IMMER vor Knabbern zu sichern. Hier eignen sich Plexiglasscheiben, ein Gehege aus SONGMICS, Holzumrandungen oder ein einfacher Holzzaun ideal.

Wir haben uns für einen Holzzaun entschieden, da meine Kaninchen nicht markieren und auch keine neuen Tiere mehr einziehen. Der Holzzaun ist Marke Eigenbau. Zur Planung benutze ich seit vielen Jahren das PC Programm SketchUp, damit habe ich mir eine

Maßstabsgenaue Skizze erstellt, was

wirklich sehr gut geklappt hat. Durch den Zaun hatte ich dann auch die Möglichkeit Kabel dahinter zu verlegen und hatte damit gleich zwei Probleme gelöst. Jede Latte kann man einzeln abmontieren mit zwei Schrauben, bedeutet gut geplant, kann man Steckdosen verdecken, aber auch jederzeit freilegen.


Wichtig ist natürlich zu beachten, dass Kaninchen, welche starkes Markierungsverhalten zeigen, dennoch Urin an die Wand spritzen können, da wären dann doch eher Plexiglasscheiben oder eine Folie darunter an der Wand eine Möglichkeit. Und natürlich werden die Kaninchen den Zaun anknabbern, das wird man kaum verhindern können, aber irgendwie ist ein Wandschutz ja auch dafür gedacht, lieber den Zaun anknabbern als den Putz, oder?


Habt ihr Kaninchen in Innenhaltung und wollt gerne noch etwas Inspiration für andere da lassen? Dann sendet mir die Bilder gerne via Mail zu und ich füge noch eine Inspirationsgalerie ein.


Bis bald eure Lena!



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