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  • AutorenbildLena Fuhlroth

Außenhaltung von Kaninchen, 5 Fakten und Tipps von mir für euch

Aktualisiert: 30. Mai 2023

1. Die Ansprüche an die Unterbringung für die Nacht

Kaninchen sollten niemals alleine leben und pro Tier rechnet man Minimum 2-3m² Platz auf einer Ebene. Die Unterbringung für die Nacht sollte also vor allem diese beiden Punkte abdecken inkl. dem lebenswichtigen Schutz vor nächtlichen Jägern (siehe Punkt 3).

Im Handel gibt es recht wenig gute Kaninchengehege zu erwerben, fündig wird man hier am ehesten noch unter Hühnergehegen, wobei diese meist noch nachgerüstet werden müssen, da sie im Punkto Sicherheit versagen. Meist ist also die einfachste günstigste Variante das selber Bauen, im Netz finden sich hierzu auch zahlreiche Anleitungen und Inspirationen, wie man Volieren einfach und sicher selber bauen kann. Ich verlinke euch hier wieder Kaninchenwiese, da gibt es alle notwendigen Infos rund um den Gehege Bau in Außenhaltung.



Neben dem Sicherheitsaspekt sollte das Nachtgehege auch tagsüber immer offen sein, damit die Kaninchen dieses als Rückzugsort nutzen können.

Dafür muss natürlich eine entsprechende Einrichtung her. Im Nachtgehege sollte immer frisches Frischfutter, Heu und Wasser zur Verfügung stehen. Um den Rückzug auch innerhalb der Gruppe möglich zu machen benötigen Kaninchen Schutzhütten, welche immer mind. zwei Eingänge besitzen müssen, um bei Streitigkeiten nicht zur Sackgasse zu werden. Viele Kaninchen werden auch in Außenhaltung stubenrein, dafür empfiehlt es sich Toiletten anzuschaffen, um die Kloecken besser reinigen zu können (siehe Bild). Natürlich sollten sich auch im Nachtgehege Beschäftigungsmöglichkeiten finden, da könnt ihr wirklich kreativ werden (als Inspiration für die Inneneinrichtung empfehle ich euch Pinterest).


Je nach Größe des Geheges könne auch Ebenen ergänzt werden, Kaninchen mögen diese sehr gerne und sie schaffen meist zusätzlichen Platz. Allerdings gilt es zu beachten, dass diese erst ab einer Grundfläche von 3-4m² zur Gesamtfläche dazu gezählt werden können. Die empfohlene Grundfläche richtet sich nach dem natürlichen Bewegungsdrang der Kaninchen. Dieser kann nicht artgerecht ausgelebt werden, wenn die empfohlene Grundfläche von 4-6m² für zwei Kaninchen auf viele kleine Ebenen verteilt wird. Wer einmal ein Kaninchen rennen und springen gesehen hat, dem leuchtet das vermutlich auch ein.



2. Ansprüche an den Freilauf für tagsüber

Nach Möglichkeit sollte gerade in Außenhaltung den Tieren auch das Angebot eines gesicherten Tagesfreilauf gemacht werden. Hier können je nach Umgebung die Sicherheitsbedingungen auch runtergefahren werden. Wichtig ist hier bei vielen jagdwilligen Nachbarskatzen oder einer sehr ungeschützten Flächen sollte zusätzlich ein Netz gespannt werden, um die Tiere vor Katzen oder Greifvögeln entsprechend zu

schützen. Der Freilauf muss ansonsten keine großen Anforderungen erfüllen, er sollte natürlich möglichst ausbruchssicher sein, spätestens bei der Nutzung zeigen euch eure Kaninchen die Schwachstellen. Ansonsten empfehle ich hier auf eine möglichst naturnahe Gestaltung zu setzen. Wiese, Möglichkeiten zu rennen, Sandkasten, Buddelmöglichkeiten, Baumstämme, Häuser, Sträucher, alles ist möglich. Natürlich sollten Wiesen auf Giftpflanzen überprüft werden, aber ansonsten braucht es für die Kaninchen draußen nicht viel, vor allem wenn ein dauerhafter Zugang zum Nachtgehege gewährleistet ist.

Kleiner Tipp von mir, eine Sitzgelegenheit im Freilauf für euch ist ein perfekter Ort die Kaninchen zu beobachten und die frische Luft zu genießen.



3. Sicherheit vor Raubtieren

Kaninchen haben in der Natur zahlreiche Feinde, vor allem einige Raubtiere haben es auf Kaninchen als Beute abgesehen, davor sind auch unsere Hauskaninchen nicht sicher. Raubtiere kommen immer mehr auch in Städte und nah an den Menschen heran, Kaninchen in Außenhaltung müssen entsprechend gesichert sein. Die größte Gefahr für Kaninchen geht von Mardern und Füchsen aus (Vorsicht es gibt immer wieder Erfahrungsberichte in denen sich Mader auch Zutritt auf sehr hohe Balkone verschaffen, hier ist also auch eine Balkonhaltung gemeint), diese sind vor allem in der Nacht aktiv, weshalb das Nachtgehege richtig gesichert werden muss.


Kein Hasendraht

Handelsüblicher Hasendraht (Sechseckdraht) stellt keinen Schutz vor Mader- oder Fuchsangriffen dar, da beide Tiere diesen problemlos durchbeißen können (motivierte Kaninchen übrigens auch). Als Draht empfiehlt sich immer auf Volierendraht zurück zu greifen. Dieser sollte punktverschweißt sein, eine mindest Dicke von 1mm und eine Maschenweite von nicht mehr als 19x19mm haben, es empfiehlt sich ebenfalls feuerverzinkten Draht zu nehmen, da dieser eine sehr lange Haltbarkeit hat.


Löcher

Das Gehege selbst darf keine Löcher aufweisen, gerade Spalten an Türen oder zwischen Latten und dem Dach sind häufig ein großer Schwachpunkt, sobald hier eine kleine Packung Zigaretten (Ca. 3-4cm) durchpasst, kann auch ein Mader sich problemlos Zutritt verschaffen. Wichtig ist zudem auch, dass der Draht gut befestigt ist, damit Raubtiere nicht die Möglichkeit haben, diesen zu verbiegen und sich so zusätzlich Schlupflöcher zu schaffen.


Sicherung von unten

Füchse leben in Bauten, ebenso wie Kaninchen, das bedeutet im Umkehrschluss beide

Parteien sind ausgesprochen gute Buddler und deshalb ist auch eine Sicherung von unten (bspw. durch ein Betonfundament oder im Boden verlegten Volierendraht) sehr wichtig. Nicht nur um Kaninchen vor Angriffen zu schützen, sondern auch, um dafür zu sorgen, dass die Kaninchen sich nicht ausgraben können.



4. Hitze oder Kälte, was gibt es zu beachten?

Generell ist wichtig zu wissen, dass gesunde Kaninchen problemlos das ganze Jahr über draußen sein können, das Fell stellt sich auf die entsprechenden Witterungen ein, gerade mit eisigen Wintertemperaturen haben Kaninchen kaum Probleme, hier ist es wichtig für gut isolierte mit Stroh gedämmte Schutzhütten zu sorgen, in denen sich Kaninchen eng zusammen kuscheln können. Hier gilt zu beachten, dass alte oder sehr kranke Tiere Kälte häufig nicht mehr gut aushalten und ggf. rein geholt werden müssen.


Mit Wärme kommen Kaninchen deutlich schlechter zurecht, vor allem einige langhaarige Qualzuchten haben im Sommer sehr zu kämpfen, wichtig sind hier kühle Schattenplätze, diese Plätze können regelmäßig gewässert werden. Steinplatten oder Fliesen können ebenfalls für Abkühlung sorgen. Haben die Kaninchen keine natürlichen Schattenplätze zur Verfügung (Bäume und Büsche) empfiehlt es sich, ab einer Temperatur von über 30°C im Keller oder der Garage stundenweise unterzubringen, um sie vor einem Hitzeschlag zu schützen.


5. Drei Tipps von mir

Im Laufe der Jahre lernt man so eine Tricks und Lifehacks, die einem das Leben immens erleichtern oder einfach nur wirklich schön umzusetzen sind, meine drei Lieblingstricks für die Außenhaltung verrate ich euch jetzt:


1. Fliegengitter und Volierendraht

In Außenhaltung hat man gerade im Sommer immer wieder mit Fliegen zu kämpfen, auch für Mäuse oder Mücken stellt der Volierendraht kein Hindernis dar und gerade Mücken und Fliegen sind unter Kaninchenhaltern sehr gefürchtet, während Mücken der Hauptüberträger von Myxomatose sind, sind Fliegenmaden so ungefähr das schlimmste Worstcase Szenario. Bei unserem Volieren Neubau haben wie dann direkt Nägel mit Köpfen gemacht und unter dem Volierendraht ein Aluminium Fliegengitter befestigt. Ich sag es euch, ein absolutes Träumchen, Fliegen und Mücken haben sich so um ca 90% reduziert und die Mäuse waren gar kein Problem mehr. Kann ich nur empfehlen und würde es immer wieder so machen.


2. Mauersteine für Äste

Meine Kaninchen lieben Äste, egal welche Äste man den Süßen aber so mitbringt sie fliegen irgendwo rum. Teilweise stellen holzige Stöcke dann sogar eine Verletzungsgefahr dar (Davon kann Sammy ein Lied singen). Diesen Tipp habe ich selbst irgendwo einmal gelesen, Mauersteine gibt es für ca. 2€ in jedem Baumarkt und sie eigenen sich perfekt dafür um sie mit Ästen zu bestücken (sind bei mir übrigens auch in Innenhaltung im Gebrauch, weil es auch gleich viel ordentlicher aussieht)



3. Beetumrandung als Sandkasten

Ja die Sache mit den Dauerbuddlern, ich sage es euch, wenn ihr die Möglichkeit habt schafft euch einen Sandkasten an, möglichst ohne Boden damit das Pipi ablaufen kann (Köttel sollte man hin und wieder ab sieben). Die Kaninchen werden es euch danken. Um viel Geld zu sparen und es auch tatsächlich an euer Gehege anpassen zu können, empfehle ich Beetumrandungen, die sind super flexibel,


haltbar und sehen schön aus (Generell hat man damit unglaublich viele coole Gestaltungsmöglichkeiten). Meine Kaninchen haben ihren Sandkasten geliebt, während Mali häufig irgendwelche Tiefbauarbeiten gemacht hat, waren die anderen große Fans davon sich regelmäßig im Sand zu wälzen. Sand kann nass im Sommer auch eine schöne kühlende Wirkung haben, also auf zum Sandkastenbau.


Ich hoffe ihr konntet euch ein bisschen ein Bild machen, wie eine artgerechte Außenhaltung von Kaninchen aussehen kann und dass es wirklich wichtig ist den Sicherheitsaspekt zu beachten. Es kann jahrelang alles gut gehen, aber leider ist es so, dass wenn es eben schief geht, eure Tiere dafür mit dem Leben bezahlen.

An diese Stelle wirklich nochmal die absolute Empfehlung der Seite https://kaninchenwiese.de/ , dort ist wirklich alles ganz ausführlich erklärt.


Habt ihr Kaninchen in Außenhaltung und wollt gerne noch etwas Inspiration für andere da lassen? Dann sendet mir die Bilder gerne via Mail zu und ich füge noch eine Inspirationsgalerie ein.


Bis bald eure Lena!

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